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auch eine Möglichkeit:
Fachraumsystem
- Lehrerraumprinzip
Die Lehrer haben einen festen Raum in dem sie
unterrichten, die Schülerinnen und
Schüler wechseln den Raum nach (fast) jeder
Unterrichtsstunde.
Dort hat der Lehrer alle Unterrichtsmaterialien, Klassensätze mit den
entsprechenden
Fachbüchern, Freiarbeitsmaterialien, Wörterbücher etc.
Als ich das erste Mal von einem Fachraumsystem / Lehrerraumprinzip hörte, war ich etwas
irritiert:
man kann den Schülern doch nicht das Klassenzimmer wegnehmen, war mein
erster Gedanke.
Aber bei näherem Hinsehen hat dieses Prinzip einen gewissen Charme.
Wenn ich den Stundenplan meiner Kinder anschaue, sind die Schüler doch auch
jetzt ständig auf Wanderschaft.
Und es gibt anscheinend viele Vorteile für Schüler, Lehrer , Unterricht und
Schulumfeld.
Es ist eine Überlegung wert.
_________________________________________________________________________
Mail von Frau Kemper, Lehrerin aus NRW, 12.5.2007
....
Dass es auch anders geht, zeigt das System an meiner eigenen Schule, einer
Realschule in NRW.
Wir haben das sogenannte "Fachraumsystem", bei
dem jeder Lehrer - soweit es räumlich irgendwie geht - seinen eigenen Raum
hat, in dem er Unterrichtsmaterialien, Klassensätze mit den entsprechenden
Fachbüchern, Freiarbeitsmaterialien, Wörterbücher etc. hat. Die Kinder
bekommen am Anfang des Schuljahres ihre Bücher mit nach Hause, wo sie auch
für den Rest des Schuljahres bleiben. Für den Unterricht gibt es ja in den
Klassenräumen die Klassensätze mit den jeweils benötigten Büchern, die dann
verteilt werden.
Die höheren Anschaffungskosten haben sich schon lange rentiert, da die
Bücher viel länger halten. Der einzige "Wermutstropfen": Die Kinder müssen
in den Pausen die Räume wechseln, was aber reibungslos klappt und den
Vorteil hat, dass sie auf Grund des Zeitmangels gar nicht auf die Idee
kommen, sich zu prügeln oder etwas kaputt zu machen. Die Kinder haben
durch unser System sehr leichte Schulranzen .
Man muss sich so ein System sicherlich erst einmal gründlich durch den Kopf
gehen lassen, weil es etwas anders ist (nicht die Lehrer, sondern die Kinder
wechseln die Räume), aber ich kann Ihnen nach mittlerweile neun Jahren
Erfahrung mit dem
Fachraumsystem aus vollem Herzen nur dazu raten.
Mail vom 19.5.2007
Das ´Problem´ Klassenzimmer als Zuhause für
eine Klasse ist ebenfalls sehr einfach zu lösen: Ich habe eine Klasse 5 und
mein Raum ist dann auch ihr Klassenzimmer.
Es gibt sicherlich auch Probleme bei der Realisierung des Fachraumsystems,
so etwa ist unsere Schule viel zu klein, so dass nicht jeder Kollege einen
Fachraum haben kann. Die Klassenlehrer haben aber auf jeden Fall einen
Fachraum, als Zuhause für ihre Klasse eben. Einzelne Kollegen müssen dann
schon mal ´wandern´, aber der Großteil hat seinen eigenen Fachraum, was
außer den leichteren Ranzen für die Kinder den Vorteil hat, dass man als
Lehrer die für den Unterricht benötigten Materialien in seinem Raum lagern
kann. So hat man dann auch sehr viel mehr Material zur Verfügung, als wenn
man immer zusammensuchen und anschleppen muss. Auch Vertretungsstunden sind
so leichter zu bewältigen, da man schnell Unterrichtsmaterialien, auch für
Klassen, die man gerade nicht hat, zur Verfügung hat und die Kinder ihre
Zeit nicht einfach absitzen.
Wir haben übrigens das Fachraumsystem nicht erfunden, sondern von der
Fritjof-Nansen-Realschule in Gronau/NRW übernommen. Diese Schule praktiziert
es schon viel länger als wir.
Um dieses System an etablierten Schulen zu starten, ist natürlich ein
Anfreunden und Umdenken seitens der Schulleitung und des Kollegiums
erforderlich. Ich fand den Gedanken auch zuerst sehr komisch und
gewöhnungsbedürftig, aber wenn man es erst einmal begriffen hat, wie es
funktioniert, kann man eigentlich nur felsenfest davon überzeugt sein. Es
verlangt sicherlich anfangs viel ungewohnte Organisation, und vielleicht
gibt es auch Schulen, an denen das nicht zu bewältigen ist, aber ich denke,
dass es an den meisten Schulen wohl zu schaffen ist. Vorteile hat das
Fachraumsystem mehr als genug.
Viele Grüße
Ruth Kemper
___________________________________________________________________________________
Mails von Herrn Kammler, Elternbeiratsvorsitzender einer Realschule in
Lemgo.
(Er sammelt aktuell Infos zum Lehrerraumprinzip und möchte dieses System
gerne in seiner Schule einführen)
30.3.2007
An Realschulen in NRW (Herford, Blomberg und Horn) wird bereits seit einigen
Monaten das
Lehrer-Raum-Prinzip getestet (zwei Lehrer sind für einen Raum zuständig) ;
durchweg gute Erfahrungen.
Wenn für die Kinder ausreichend große Spinde für Jacke, Turnbeutel usw. zur
Verfügung stehen, dann macht ihnen der Raumwechsel nichts aus.
Die Kinder toben nicht unbeaufsichtigt in den 5 min Pausen, haben durch die
häufigen Raumwechsel Bewegung, die Klassenräume sind sauberer und schöner
geworden (Bilder an der Wand), die Lehrer fühlen sich für die Räume
zuständig
16.05.2007
Am vergangenen Donnerstag habe ich im Rahmen eines Bezirksgruppentreffens
der Landeselternschaft (LERS)
die Geschwister-Scholl- Realschule in Herford besucht. Hauptthema war das
dort seit einem Jahr praktizierte Lehrerraumprinzip.
Der Konrektor berichtete ausführlich über das neue System:
Alle Lehrkräfte sind mit dem neuen System sehr zufrieden, keiner möchte zum
alten
System zurück. Die Qualität des Unterrichts hat sich deutlich verbessert.
1.
Der Unterricht beginnt pünktlich und entspannt,
weil die Lehrkräfte nicht mehr vollgepackt mit Büchern und Medien durch das
Schulgebäude hetzen müssen. Projektoren, Videorekorder usw. müssen nicht
mehr
hin- und hergefahren werden, die Lehrkräfte kennen sich mit den Geräten in
ihrem
Raum aus.
2.
Es entsteht eine fachanregende Lernatmosphäre,
wenn der Raum mit passenden Farben, Karten, Bildern, Kunstwerken usw.
ausgestattet ist.
3.
Die elektronischen Medien funktionieren fast immer,
weil sich jeder Lehrer um die Geräte in seinem Raum kümmert.
4.
Das Ranzengewicht wird deutlich reduziert,
weil Klassensätze mit Fachbüchern in den Räumen vorhanden sind .
5. Die Schüler haben mehr Bewegung,
weil sie nach jeder Unterrichtsstunde den Raum wechseln müssen.
6.
Unfälle, Diebstähle und Zerstörungen sind deutlich zurückgegangen,
weil die Kinder in den 5-Minuten Pausen nicht ohne Aufsicht in einem Raum
sind.
7. Die Klassen sind deutlich sauberer geworden.
Er berichtete weiterhin, dass die "Wanderbewegungen" der Schüler völlig
problemlos verlaufen, auch die Fünftklässer hatten keine
Startschwierigkeiten.
Teilweise sehen die Schüler den Raum des Klassenlehrers als "ihren Raum" an.
Die Schüler können einen
Aufbewahrungsschrank mieten.
Für die Raumvergabe wurde im Lehrerzimmer ein Gebäudeplan ausgehängt,
in den die Lehrer ihren Wunschraum eintragen konnten, auch dabei gab es
keine
Schwierigkeiten.
Einige Lehrer haben sich in Eigeninitiative um einen Neuanstrich ihres
Raumes oder
die Beschaffung von geeigneten Möbeln (teilweise aus privaten Beständen)
gekümmert.
Fazit: Kleine Änderung, große Wirkung
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Links zum Thema Fachraumsystem:
Realschule Nottuln - Probelauf für Fachraumsystem
Schuljahr 2006/2007
http://www.liebfrauenschule-rs-nottuln.de/themen/schulprofil/fachraumsystem/fachraumsystem.php
Realschule Haag, Bayern
http://rs-haag.de/ak_joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=34&Itemid=48
die Schüler scheinen anfangs noch nicht so begeistert zu sein
:
http://www.realschule-meschede.de/Lehrerraumprinzip.htm
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