![]() |
www.SchwereRanzen.de aktualisiert 13.03.2007 |
.. |
Warum kann man statt schweren Schulbüchern
nicht einzelne themenbezogene Hefte herausgeben?
Cornelsen Verlag // Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit // 13.3.2007 Doch gehen wir ins Detail: Sie führen als Beispiel einzelne themenbezogene Hefte an, so dass Schüler nur die Kapitel mitnehmen müssen, die notwendig sind. Gegen ein solches Vorgehen spricht zum einen das Genehmigungsverfahren, aber auch ökonomische Gründe. Im Genehmigungsverfahren (der jeweiligen Kultusministerien der Länder) sind für Schulbuchverlage mehrere Aspekte zu berücksichtigen: Schulbücher müssen z.B. für eine langjährige Ausleihe taugen, d. h. besonders stabil sein. So hat ein Deutschbuch beispielsweise eine Nutzungsdauer von ca. 2.000 Stunden, bei vier bis fünf Wochenstunden und einer Ausleihe von bis zu zehn Jahren, kommt einfach viel zusammen. Zum Vergleich: Einen Roman liest man z. B. ca. 20 Stunden. Und da haben Cornelsen Schulbücher den Anspruch, in der Verarbeitung optimal haltbar zu sein, im Papiergewicht maximal so stark, wie farbige Abbildungen und die Gefahr des Durchschreibens bei Arbeitsmaterialien das erfordern. Des weiteren ergeben sich die Formate und Umfänge der Schulbücher aus den inhaltlichen Vorgaben, sprich den Lehrplänen, für die ein Schulbuch kultusministeriell genehmigt werden muss, sowie aus methodischen Anforderungen an die Stoffaufbereitung und lernpsychologischen Notwendigkeiten. Darüber hinaus darf der ökonomische Aspekt nicht vernachlässigt werden: Bei einer Halbierung von Schulbüchern müssten sehr viel höhere Distributionskosten veranschlagt werden. Je kleiner die Liefereinheit, um so teurer wird auch das Schulbuch (in Relation Preis/Umfang). Sicher gibt es eine Möglichkeit, dass Schulbücher leichter werden. So müsste beispielsweise zugunsten eines flexiblen Einbandes auf den Festeinband verzichtet werden. Ein flexibler Einband spart gegenüber einem Festeinband ca. 15% an Gewicht. Leider reagieren Schulen auf diese Einbände oft mit Kritik: Sie seien nicht haltbar genug für das oft mehrjährige Ausleihsystem. Was übrigens falsch ist: Durch die Fadenheftung sind flexible Einbände oft genauso haltbar. Leider fordern viele Schulen trotz der Gewichtsproblematik meist Festeinbände. Das wiederum heisst, dass hier der "Endkunde" Schule und Lehrer umdenken müsste, zudem flexible Einbände auch günstiger sind und sich dies positiv auf den Schulbuchpreis auswirke könnte. Generell können wir nur darauf hinweisen - aber das setzen Sie ja als engagierte Eltern bereits um - dass die Schultaschen nur mit Büchern gepackt sind, die die Kinder auch am nächsten Tag benötigen, dass nur die wichtigen Utensilien im Ranzen sind etc.. Was die Bücher selbst betrifft, sorgt der Cornelsen Verlag dafür, dass jedes Schulbuch nicht mehr wiegt als es muss: Dazu gehört einerseits eine genaue Planung der Redaktionen. Aber auch die Herstellungsabteilung sucht immer neue leichte und trotzdem funktionale Papiersorten und Einbandlösungen für die Schulbuchproduktion. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit den Informationen weiterhelfen und ich Ihnen den Situation der Schulbuchverlage näher bringen konnte.
Ihr Vorschlag,
themenbezogene Hefte herauszugeben ist derzeit allerdings leider nicht
möglich, da die kultusministeriellen Zulassungsbedingungen das Unterbringen
des Stoffes für einen kompletten Jahrgang verlangen. Zu Ihrem Hinweis, dass
Schulbücher früher leichter waren, möchten wir Folgendes anmerken. Sie haben
ganz richtig auf den Stand der Technik hingewiesen und dieser bedingt auch,
dass Schulbücher heute wesentlich aufwendiger und zahlreicher illustriert
bzw. bebildert sind. Das bedeutet aber auf der anderen Seite ein Mehr an
Gewicht.
Ernst Klett Verlag GmbH // Kundenservice // 05.03.2007 Diese
Problematik beschäftigt selbstverständlich die Schulbuchverlage permanent.
Der Ernst Klett Verlag leistet seinen Beitrag, indem er Schulbücher so
leicht wie möglich macht. Dies geschieht zum einen durch die Wahl eines
nicht zu großen Buchformates und die Verwendung von geeignetem Papier und
Einband. Der Umfang eines Buches wird maßgeblich vom Lehrplan und den zu
behandelnden Inhalten vorgegeben. Insofern ist der Vergleich mit früheren
Schulbüchern nur bedingt hilfreich. |
|
|